Test: Denke ich rassistisch?

Der Implizite Assoziationstest.

Nicht immer sagen wir das, was wir denken. Manchmal, weil wir es nicht wollen, manchmal jedoch weil wir es nicht können. Zum Beispiel könnte eine rauchende Person, die zwei Schachteln am Tag raucht, auf die Frage "Wie viel rauchen Sie?" absichtlich nur eine Schachtel angeben, weil sie sich schämt. Sie könnte auch einfach die Antwort auf diese persönliche Frage verweigern. Es könnte aber auch sein, dass die Person nur eine Schachtel angibt, weil sie es ernsthaft glaubt.[1]

Gerade bei Rassismus kann es besonders schwierig sein, die tatsächlichen Denkstrukturen aufzudecken. Nur wenige würden zugeben, rassistisch zu denken. Bin ich rassistisch? Nein, natürlich nicht.

Um dennoch aufzudecken, was ansonsten im Verborgenen bleibt, wurde der Implizite Assoziationstest entwickelt. Dieser basiert auf der Erkenntnis, dass wir reflexhaft gewisse Gedanken miteinander verbinden. So können wir, bei entsprechender Prägung, intuitiv Begriffe rund um die Familie (z.B. Kind) mit Frauen in Verbindung bringen, berufliche Vokabeln (Aktenkoffer) jedoch mit Männern. Je stärker unsere gedankliche Verbindung ist, desto schneller verbinden wir die beiden Gedanken auch. Beim Impliziten Assoziationstest werden Sie deshalb gebeten, jeweils zwei Konzepte (z.B. Frau und Familie sowie Mann und Beruf) zu verbinden.

Card image

Bildschirm während des Tests

Zum Test

Es geht nun darum, auf dem Bildschirm erscheinende Begriffe korrekt zu sortieren: Zuerst sortieren Sie z.B. alle Begriffe rund um die Familie linksseitig ein – ebenso alle erscheinenden Frauennamen. Rechts sortieren Sie hingegen alle Begriffe rund um den Beruf ein – genauso alle Männernamen. Dieses fällt uns, bei entsprechender Denkstruktur, nicht allzu schwer.

Im Anschluss sortieren wir linksseitig alle Begriffe rund um die Familie und alle Männernamen. Waren wir eben noch schnell in der Zuordnung, kann es nun, bei entsprechender Prägung, etwas schwieriger fallen. Rechtsseitig sortieren wir dabei den Beruf und alle Frauennamen ein. Hier kann es uns also schwerer fallen, entgegen unserer Intuition zu antworten. Wir brauchen länger, um korrekt einzusortieren – und dieses kann der Test messen!

Wir können so herausfinden, welche Gedanken Sie intuitiv miteinander verbinden. Dieses offenbart Denkstrukturen.

Der Test wird von der Harvard University bereitgestellt und fragt zu Beginn nach einigen demographischen Daten - diese brauchen Sie jedoch nicht anzugeben.

Bedenken Sie dazu: Die Ergebnisse sind nicht zu 100 % akkurat. Es ist normal, dass die Ergebnisse bei wiederholter Testung ein bisschen variieren. Sie werden dies merken, wenn sie den Test ein zweites Mal machen. Deshalb raten wir Ihnen insbesondere, Tests zu wiederholen, deren Ergebnis Sie überrascht.[2]

Bei Verwendung eines Tablets → hier klicken.


Weiterführende Literatur:

Mechanismen des rassistischen Ausschlusses. Empfehlung
[1] Harvard Universität: Impliziter Assoziationstest.
[2] Impliziter Assoziationstest - Frequently Asked Questions.